Select Page

 

Nicht jeden Tag trifft man auf andere Menschen mit so vielen gemeinsamen Werten. Und tragen sogar den gleichen Namen! Simone vom Schreibatelier und ich haben im schönen Sphères einen Kaffee getrunken und uns gegenseitig mit Fragen gelöchert. (Hier geht es zum Interview mit mir). Simi ist eine mutige Frau, die für Fairness, Lebensgenuss und Gleichstellung einsteht. Wir sprachen über Nachhaltigkeit, Business und Frauenpower – und haben vor, uns künftig für weitere, spannende Projekte zusammenzuschliessen. 

 

Liebe Simi, welches Lebensgefühl beschreibt dich am besten? 

Ich würde sagen: «Mit Schwung angekommen». Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite, einen vielseitigen Job in einem grossen Unternehmen, ich spüre ganz viel Power in mir und für mein Schreibatelier. Irgendwie sprühe ich vor Energie und möchte die Dinge anpacken. Ich habe enorm Freude an allem, was ich tue. Das beschreibt mein Lebensgefühl glaube ich ganz gut.

 

Wie kam es zu deinem Schreibatelier? Gab es einen bestimmten Auslöser oder hat sich das einfach entwickelt?

Ich träume schon seit Langem davon, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Ich bin sehr vielseitig interessiert, darum hat der Denkprozess zu dem „Was“ etwas gedauert. Kommunikation ist ein ganz wichtiges Thema, ich organisiere sehr gerne, liebe es, unterwegs zu sein und mich mit Menschen auszutauschen. Ich fragte mich dann, wie ich das bloss alles unter einen Hut bringen soll.  Es musste definitiv etwas sein, das ich neben meinem Fulltime-Job, den ich sehr gerne hab, ausüben kann. 

Ich hörte aber auch immer ein wenig auf Zwischentöne von anderen. Zum Beispiel “So, wie du schreibst, berührst du” oder “Du triffst immer den richtigen Ton”, “Deine Worte berühren”, “Du kannst dich super in andere Menschen einfühlen” und “Man hört dir sehr gerne zu”. Es ging also sowohl um das Schriftliche als auch um das Mündliche.

Mit all meinem Fachwissen, meiner langjährigen Berufserfahrung und diesen Feedbacks, überlegte ich mir dann einen für mich stimmigen „USP“. Wie gesagt, ich wusste, dass mir Kommunikation und der Faktor Mensch sehr wichtig sind. Und dann arbeitete und arbeitete es gedanklich und konzeptionell und schliesslich bin ich Anfang 2019 unter dem Namen Schreibatelier online gegangen. Ich wagte den Schritt einfach mal. Noch etwas zum Namen „Schreibatelier“. Es war mir wichtig, dass ich etwas Boutique-artiges, persönliches, kleines aber feines lancieren wollte. Das passt zu meinen Qualitätsansprüchen. 

 

Was erfüllt dich besonders an deinem Schreibatelier?

Es ist jedes Mal ein wunderschönes Gefühl, wenn ich einen Blog poste, einen Artikel publiziere oder ein Interview führe, dass ich immer auch ein Stückchen aus mir herauswachse und dazulerne. Ich weiss, ich habe die Kommunikationskompetenz und ich kenne mich auch mit den Thematiken aus, aber es ist dieses innere Wachstum, das für mich im Zentrum steht und dieses Glücksgefühl auslöst. Ich hege auch immer noch den Wunsch, mit dem, was ich tue, einen kleinen, bescheidenen Fussabdruck zu hinterlassen: Dass ich einen Diskurs mit den Themen, die ich behandle und mit den Menschen, mit denen ich rede, auszulösen vermag. 

 

Hast du Tipps für BloggerInnen, die sich in einem ähnlichen Bereich etablieren möchten? Stolpersteine, die sie verhindern können?

Es ist noch ein bisschen früh dafür, schliesslich ist das Schreibatelier noch relativ frisch online. Trotzdem: Wenn du deine Kernkompetenzen und deine persönlichen Leidenschaften sowie Interessen kennst, dann mach etwas daraus. Ich stehe mit meinem Alter mitten im Leben, würde ich sagen. Ich weiss, wer ich bin, was ich kann und was mir nicht liegt. Es ist diese innerliche Ruhe und Gelassenheit, die mich trägt und mich meine Ideen umsetzen lässt. Zu dieser Haltung und Einstellung zu gelangen, empfehle ich jedem.

 

Hast du speziell Tipps für Frauen, die etwas für sich aufbauen wollen?

Ich bin sehr an Gleichstellungsthemen interessiert und habe diese auch schon auf meinem Blog behandelt. Dort habe ich zum Beispiel einen Artikel “Spitzenfrau statt Quotenfrau” publiziert, wo ich mich aus diversen Gründen gegen eine Frauenquote ausspreche. Die Key-Message dort ist jedoch klar:  “Seid mutig und macht euer Ding!” Und das ist für mich meine persönliche Botschaft an Frauen, die etwas bewegen möchten und sich noch nicht so ganz trauen. Fasst den Mut und tut es! Mut wird meiner Meinung nach belohnt. Man wächst, überrascht sich und sein Umfeld vielleicht sogar. 

 

Nachhaltigkeit ist auch für dich ein wichtiges Thema. Was bedeutet es für dich persönlich?

Es heisst für mich in erster Linie nicht egoistisch zu sein. Im Jetzt zu sein, aber auch über das Später nachzudenken. Ich liebe mein Leben, ich liebe die Natur, diesen eindrücklichen Planeten, auf dem wir leben dürfen. Ich bin der Meinung, dass wir diese Schönheit und Einzigartigkeit nicht kaputt machen dürfen, dass wir alledem Sorge halten und auch an die nächsten Generationen denken müssen. 

Wo siehst du die Rolle des Individuums, wenn es um Nachhaltigkeit geht?

Es ist meines Erachtens sehr wichtig, dass man diesen Nachhaltigkeits-Gedanken in sich trägt, jedoch ebenso den wirtschaftlichen Aspekt ganz klar im Auge behält. Ohne Wirtschaft kein Leben, aber auch kein Leben ohne Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Es ist eine Interaktion und ein Kreislauf, wir sind von beidem abhängig. 

Es ist ebenfalls wichtig, dass man bewusst durchs Leben geht, sich zweimal überlegt, ob man etwas nun wirklich kaufen muss. Und wenn ja, dann sollte man einen Blick aufs Label werfen. Ich kaufe zum Beispiel konsequent nur Biofleisch, ich habe mich mit der Fleischproduktion intensiv auseinandergesetzt, da ich auch sehr tierlieb bin. Darum kaufe ich am allerliebsten direkt beim Dorfmetzger. 

Dann habe ich zum Beispiel am Sustainable-Startups-Networking-Anlass jemanden mit einem nachhaltig konzipierten Onlineshop kennengelernt, und bei ihr kurz darauf nachhaltig hergestellte Zahnbürsten bestellt. Statt Duschmittel nehme ich Seife. Und so weiter. Die Liste kann natürlich beliebig verlängert werden. Wenn du einkaufst, reduziere das Plastik. Es gibt so viel, was man tun kann. Ich mag Pragmatismus und versuche meine diversen Themen ohne Schnick-Schnack auf dem Blog vorzustellen. 

Aber auch hier gilt: Man muss realistisch sein, man kann nicht die ganze Welt auf einmal umkehren. Das ist nicht glaubhaft. Wir leben schliesslich auch und das Leben soll schön und genussvoll sein. Aber dort, wo man ansetzen kann, soll definitiv ein grünerer Fussabdruck hinterlassen werden. 

 

Wo verortest du die Politik in diesem Themenbereich?

Politik ist für mich ein steuerndes Element. Und ich hoffe aufgrund der Wahlergebnisse vom 20. Oktober 2019, dass das Thema Nachhaltigkeit im wahrsten Sinne des Wortes auch nachhaltig auf der politischen Agenda steht. Es ist aber auch Aufgabe des Stimmvolkes, die Politik immer wieder daran zu erinnern – das ist für mich gelebte Demokratie und direkter Diskurs, der mich persönlich übrigens sehr interessiert! Man muss ganz gezielt Lenkungsabgaben, Besteuerungssysteme und Schutzmassnahmen einführen: Zum Beispiel eine Flugticketabgabe. Im Moment ist Fliegen einfach zu billig. Oder höhere Besteuerung auf alte Ölheizungen, den CO2-Ausstoss von Autos und im Gegenzug umweltschonende Technologien belohnen. Aber das wäre ein langer – und wohl politischer – Diskurs.

 

Da du mich das im Interview gefragt hast: Was wünschst du dir von unserer Kooperation? 

Ich finde, wir harmonieren zwischenmenschlich sehr gut, wir argumentieren auf gleicher Wellenlänge, wir haben ganz ähnliche Themen auf unseren Agenden. Und auch da – ganz ohne Quote – geht es mir um ein Frauenthema: Es geht um Kooperation; darum, sich gegenseitig zu unterstützen, unsere Netzwerke zusammenzubringen. Ich bin der Meinung, wenn man etwas im Team realisiert, ist die Durchschlagskraft gleich um ein Vielfaches stärker. So ganz im Sinne von Aristoteles: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. 

 

Jetzt ist es Zeit für dein persönliches Statement – Was möchtest du der Welt mit auf den Weg geben?

Eigentlich ist es meine Herzensaussage: Seid mutig und macht euer Ding! Mut wird belohnt und er beflügelt. Und ich glaube, wenn man positiv und engagiert ist – wie wir mit unseren Blogs es sind – kommt sehr viel zurück. Aber man muss den Mut haben, den Schritt zu tun. Der Schritt in die Selbständigkeit braucht viel davon, weil man sich exponiert. Aber wenn ich meine Erfahrungen, die bereits geknüpften Kontakte, die Themen, über die ich nun schon geschrieben habe, betrachte, lohnt sich das alles sehr

Ich bin so happy, dass ich den Mut aufgebracht habe und dass dieser sich für mich ausgezahlt hat. 

 

Neugierig geworden? Du wünschst dir regelmässige Inputs zum Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gleichstellung, möchtest dich zu verschiedenen Lifestyle-Themen inspirieren lassen oder suchst jemanden für differenzierte, pointierte redaktionelle Texte? Dann besuche ihre Webseite und folge Ihr auf Instagram